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Saisonbilanz

73 Punkte, und keiner hat es kommen sehen

Die Saison 2025/26 war die beste seit Jahren

17. Mai 2026Saison 2025/262 MinutenDer Autor

22 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen, 70 Tore, 73 Punkte, Platz zwei. Eine Saisonbilanz, in der fast alles besser war als im Jahr davor – und ein paar Gedanken darüber, was daraus jetzt werden kann.

Die Saison ist vorbei, und ich sitze hier mit einer Tabelle, bei der ich vor zwölf Monaten unterschrieben hätte, ohne sie zu Ende zu lesen.

Platz zwei. 73 Punkte. 22 Siege, sieben Unentschieden, fünf Niederlagen. 70 Tore.

Bayern ist mit 89 Punkten Meister geworden und hat das am 19. April klargemacht, vier Spieltage vor Schluss. Das ist eine andere Liga, im Wortsinn, und darüber kann man lange reden. Ich will heute lieber über uns reden.

/Fünf Niederlagen in einer Bundesligasaison

Das ist die Zahl, an der ich hängengeblieben bin.

Fünf. In 34 Spielen. Ich habe extra nachgeschaut, weil ich es nicht glauben wollte.

Diese Mannschaft hat vor anderthalb Jahren auf Platz elf gestanden und in jedem zweiten Spiel zwei Gegentore kassiert. Sie hat in derselben Zeit einen Trainerwechsel, einen Sportdirektorenwechsel und den Ausfall ihres Kapitäns verkraftet.

Und dann verliert sie über eine ganze Saison fünf Spiele.

Das ist keine Glückssträhne. Das ist Struktur.

/Was diese Saison ausgemacht hat

  • Die Dreierkette funktioniert. Über 34 Spieltage, mit wechselndem Personal, gegen tief stehende und gegen hoch pressende Gegner. Das ist die Kernleistung von Niko Kovac.
  • Serhou Guirassy hat 17 Ligatore gemacht. In einer Mannschaft, die nicht auf Ballbesitz spielt, ist das ein sehr guter Wert. Er ist inzwischen mehr als ein Torjäger – er ist der Bezugspunkt, an dem sich unser ganzes Umschaltspiel orientiert.
  • Maximilian Beier ist explodiert. Über zwanzig direkte Torbeteiligungen. Ich habe ihn beim Wechsel nicht auf dem Zettel gehabt, und ich gebe das gern zu.
  • Nico Schlotterbeck hat im April bis 2031 verlängert. Das war für mich, ehrlich gesagt, die wichtigste Nachricht des gesamten Jahres.

/Die Wunden

Ich will nichts schönreden, also der andere Teil:

Im Pokal sind wir im Achtelfinale gegen Leverkusen raus, 0:1, ein schwacher Abend. In der Champions League im Playoff gegen Atalanta, mit dem letzten Schuss des Spiels. Zwei K.-o.-Runden, zwei frühe Ausscheiden.

Und am 28. Februar, im Klassiker, hat sich Emre Can das Kreuzband gerissen. Er hat weitergespielt. Diese Saison war ab dem Tag eine andere, auch wenn die Ergebnisse es nicht sofort gezeigt haben.

Eine Mannschaft, die in der Liga so konstant ist und in Europa so früh rausfliegt, hat kein Qualitätsproblem. Sie hat ein Erfahrungsproblem. Das kann man reparieren.

/Was ich daraus mitnehme

Ich habe in den letzten zehn Jahren gelernt, mit einer bestimmten Sorte Enttäuschung umzugehen: der, bei der man eine Saison lang zusieht, wie eine hochbegabte Mannschaft ihr Potenzial verwaltet.

Diese Saison war anders. Diese Mannschaft war weniger begabt als manche davor und hat mehr herausgeholt.

Das ist mir tausendmal lieber.

Wir gehen als Vizemeister in den Sommer, mit einem Trainer, der bis 2027 unterschrieben hat, einem neuen Sportdirektor, der gerade anfängt, und einer Kernmannschaft, die zusammenbleiben will. Das ist eine Ausgangslage, wie wir sie seit Jahren nicht hatten.

Und im August fangen wir wieder bei null an. Wie immer.

Bis dahin: Danke für eine Saison, bei der ich mich auf jeden Samstag gefreut habe.

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