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Klub-WM

Elf Spiele ohne Niederlage – und dann Mbappé

Der BVB bei der Klub-WM in den USA

06. Juli 2025Saison 2025/262 MinutenDer Autor

Ein Turnier bei 35 Grad, das hier niemand wollte, und am Ende ein Viertelfinale gegen Real Madrid, das um ein Haar gedreht worden wäre. Rückblick auf einen merkwürdigen, überraschend schönen Sommer.

Ich war skeptisch. Ich war sogar ziemlich schlecht gelaunt, als klar wurde, dass unsere Spieler nach einer Saison mit Champions-League-Viertelfinale und einem Endspurt um Platz vier jetzt noch durch die USA fahren, um bei 35 Grad mittags Fußball zu spielen.

Und dann hat mich dieses Turnier doch gekriegt. Nicht wegen des Pokals. Wegen der Mannschaft.

/Achtelfinale: Monterrey

Am 1. Juli, 2:1 gegen CF Monterrey. Guirassy macht beide Tore, 14. und 24. Minute, beide vorbereitet von Karim Adeyemi, der in diesem Turnier ohnehin aussah, als hätte er den Sommer über nichts anderes gemacht als Antritte zu üben.

Kurz nach der Pause verkürzt Berterame, und dann wird es nochmal eng, weil das in diesem Wettbewerb offenbar so sein muss. Aber es hat gereicht.

Was mir dabei aufgefallen ist: Wir sind nach vorne schneller gespielt als in der Bundesliga, und wir haben aggressiver angelaufen. Als hätte jemand gesagt, hier guckt euch keiner zu, macht einfach.

/Viertelfinale: Real Madrid, MetLife Stadium

Und dann Real. Natürlich Real. Es gibt in meinem Fanleben inzwischen so viele Real-Madrid-Spiele, dass ich anfange, sie durchzunummerieren.

0:2 zur Halbzeit. Gonzalo García in der 10., sein viertes Turniertor, Fran García in der 20. Zu diesem Zeitpunkt sah es nach einem geordneten Ausscheiden aus.

Was danach kam, war das eigentliche Spiel.

Eine zweite Halbzeit lang haben wir gedrückt, und Thibaut Courtois hat eine Parade gemacht, die ich mir dreimal angeschaut habe und immer noch nicht verstehe. In der 90.+2 macht Maximilian Beier nach einem Fehler von Rüdiger das 1:2. Dann, 90.+4, kommt Mbappé, der eingewechselt war, und macht das 1:3, so ein Ding, bei dem man einfach nur nickt.

Und dann, 90.+8, Foulelfmeter, Guirassy. 2:3.

Es fehlte ein Tor. Wieder mal fehlte ein Tor.

Elf Pflichtspiele ohne Niederlage waren es bis zu diesem Abend. Beendet hat die Serie eine Mannschaft, die seit fünfzehn Jahren solche Abende beendet.

/Warum ich trotzdem gut gelaunt bin

Weil man an diesem Turnier gesehen hat, wohin diese Mannschaft unterwegs ist.

Im Februar war sie Elfter in der Bundesliga. Im Juli hat sie Real Madrid in der zweiten Halbzeit eines Viertelfinales an die Wand gespielt. Dazwischen liegen fünf Monate und ein Trainer, der offenbar ziemlich genau weiß, was er tut.

Dazu kommt: Wir haben da drüben Spieler gesehen, die vorher kaum eine Rolle spielten. Beier hat in den entscheidenden Momenten getroffen. Adeyemi war in einer Form, die wir hier lange nicht gesehen haben. Und Guirassy hat einfach da weitergemacht, wo er in der Champions League aufgehört hat.

/Und das Drumherum?

Ich will ehrlich sein: Das Turnier als Format finde ich weiterhin schwierig. Mittagsanstoß bei brutaler Hitze, halb leere Ränge bei manchen Partien, Spieler, die in ihrem einzigen freien Monat des Jahres arbeiten.

Aber unsere Leute haben das Beste daraus gemacht, ohne öffentlich zu jammern, und sie sind sehr weit gekommen.

Jetzt ein paar Wochen Ruhe. Und dann bitte eine Saison, in der wir von Anfang an so spielen wie in dieser zweiten Halbzeit in New Jersey.

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