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Saisonstart 2026/27

Ein Supercup, zwei Zu-Null-Siege und ein Comeback in Sinsheim

Die ersten drei Wochen der neuen Saison

07. September 2026Saison 2026/273 MinutenDer Autor

1:2 gegen Bayern vor 81.365 Zuschauern, danach 2:0 gegen den HSV, 5:0 im Pokal und ein 3:2 in Hoffenheim nach 0:2-Rückstand. Was die ersten Wochen über diese Mannschaft verraten.

Der Saisonstart ist durch, und ich bin in einer Stimmung, die ich Anfang September selten habe: ruhig.

Nicht euphorisch. Ruhig. Und das ist bei diesem Verein ein ziemlich seltenes Gefühl.

/22. August, Supercup

Wir haben im eigenen Stadion gegen Bayern verloren, 1:2, vor 81.365 Leuten.

Brown trifft in der 28., Olise kurz vor der Pause in der 45.+1, und wir laufen eine Halbzeit lang hinterher. In der 75. macht Fábio Silva das 1:2, und danach hätte es alles geben können, aber es kam nichts mehr.

Ich war da. Und ehrlich: Der Abend war besser als das Ergebnis. Eine Mannschaft mit sechs neuen Spielern, davon vier, die kaum volljährig sind, hält gegen den Double-Sieger eine Halbzeit lang dagegen und kommt zurück.

Es gab danach die üblichen Stimmen, dass ein Titel verschenkt wurde. Ich sehe das anders. Der Supercup ist das erste Pflichtspiel einer Saison, und in diesem Zustand gegen diese Mannschaft so aufzutreten, ist ein besseres Zeichen als ein glücklicher Sieg.

/Dann zwei Spiele ohne Gegentor

Bundesliga, erster Spieltag, 2:0 gegen den HSV. Solide, ohne Glanz, mit einer Restverteidigung, die nichts zugelassen hat.

Danach im DFB-Pokal 5:0 bei HEBC. Pflichtaufgabe, ordentlich abgearbeitet, junge Leute bekommen Minuten.

Zwei Spiele, zwei Mal zu null, zwei Siege. Kovac hat vor dem Hoffenheim-Spiel gesagt, er wolle den Start jetzt vergolden. Hat er nicht ganz so hinbekommen, wie er es sich gedacht hat – aber am Ende hat es trotzdem funktioniert, und zwar auf eine Art, die mir fast noch besser gefällt.

/5. September, Sinsheim

0:2 nach knapp einer Stunde. In der PreZero-Arena, bei einem Gegner, der uns in den letzten Jahren regelmäßig weh getan hat.

Und dann dreht diese Mannschaft das Ding.

61. Minute Guirassy, 66. Minute Fábio Silva, und in der 86. fällt das 3:2. Drei Tore in 25 Minuten, auswärts, nach einem Zwei-Tore-Rückstand.

Ich habe gebrüllt wie seit Monaten nicht mehr.

Diese Mannschaft war in der letzten Saison die stabilste seit Jahren. Was ihr gefehlt hat, war genau das hier: ein Spiel drehen, wenn es eigentlich gelaufen ist.

/Was ich daraus lese

Drei Dinge fallen mir auf.

  • Fábio Silva ist in dieser Saison ein anderer Spieler. Tore im Supercup und in Hoffenheim, dazu eine Präsenz, die er im ersten Jahr nicht hatte. Es sieht so aus, als hätte er hier endlich angedockt.
  • Die Neuen greifen schneller, als ich dachte. Ich hatte bei einem Kader mit so vielen Achtzehn- und Neunzehnjährigen mit einer Eingewöhnungsphase bis Oktober gerechnet. Stattdessen sieht das Ganze bereits nach einer Mannschaft aus.
  • Guirassy ist Guirassy. Der Mann trifft, seit er hier ist, unabhängig von Trainer, System und Personal um ihn herum.

/Und heute?

In ein paar Stunden geht es gegen Paderborn weiter, ganz normaler dritter Spieltag, halb vier, Westfalenstadion. In diesem Herbst kommen dann noch Inter, Arsenal, Aston Villa, Villarreal und der Rest der Ligaphase dazu.

Ich habe keine Prognose. Ich habe nur die Beobachtung, dass hier gerade seit anderthalb Jahren jemand in eine Richtung arbeitet und nicht alle sechs Monate umbaut.

Das gab es lange nicht. Das reicht mir für den Moment vollkommen.

SchlagworteSupercup2026/27HoffenheimKovacFábio Silva